Die Null. Diese grüne Tasche, die sich so unschuldig zwischen Schwarz und Rot versteckt, ist der Grund, warum Casinos nicht pleitegehen. Wenn die Kugel auf der Null landet, verlieren alle einfachen Einsätze – Rot, Schwarz, Gerade, Ungerade. Einfach so. Wer regelmäßig Roulette spielt, kennt diesen Moment: Man hat seine Strategie perfekt aufgebaut, die Wahrscheinlichkeiten scheinen auf der eigenen Seite, und dann fällt die Null. Das ist kein Zufall, sondern Mathematik, die konsequent zu Gunsten des Hauses arbeitet.
Aber was bedeutet die Null genau für die Gewinnchancen? Und warum gibt es in manchen Varianten sogar zwei Nullen? Wer die Null versteht, versteht, warum Roulette eines der fairsten Spiele im Casino sein kann – oder eines der härtesten, je nachdem, welche Version man wählt.
Warum die Null das Spiel verändert
Ohne die Null wäre Roulette ein Spiel mit fairen fifty-fifty-Chancen bei den einfachen Wetten. Setzt man auf Rot, gewinnt man in 18 von 36 Fällen. Das wäre ein gleichwertiges Spiel – das Casino hätte keinen mathematischen Vorteil. Die Null bricht diese Symmetrie. Plötzlich gibt es 37 Felder im europäischen Roulette, aber die Auszahlungsquote bleibt bei 1:1 für einfache Chancen. Das Casino hält langfristig 2,7% aller Einsätze – der sogenannte Hausvorteil.
Bei der amerikanischen Version mit zwei Nullen verdoppelt sich dieser Nachteil fast auf 5,26%. Ein gewaltiger Unterschied, den viele Spieler unterschätzen. Wer die Wahl hat, sollte immer zum europäischen Roulette greifen. Die mathematische Begründung ist eindeutig: Bei 37 Zahlen ist die Wahrscheinlichkeit für die Null bei 2,7%, bei 38 Zahlen mit Doppel-Null steigt sie auf 5,26%.
Europäisches vs. amerikanisches Roulette
Der Unterschied liegt auf dem Tisch. Das europäische Rad hat eine einzige Null, das amerikanische Rad zusätzlich eine Doppel-Null (00). Diese zweite Null sieht auf den ersten Blick wie eine kleine Änderung aus, verdoppelt aber den Hausvorteil fast. Wer 100€ auf Rot setzt, verliert statistisch gesehen 2,70€ pro Spiel im europäischen Roulette und 5,26€ im amerikanischen Roulette.
| Variante | Anzahl Felder | Hausvorteil | Null-Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|---|
| Europäisch | 37 (0-36) | 2,7% | 2,7% |
| Amerikanisch | 38 (0, 00, 1-36) | 5,26% | 5,26% |
| Französisch (mit La Partage) | 37 (0-36) | 1,35% | 2,7% |
Die französische Variante bietet einen entscheidenden Vorteil: Bei der Regel „La Partage“ erhalten Spieler die Hälfte ihres Einsatzes auf einfache Chancen zurück, wenn die Null fällt. Das reduziert den Hausvorteil auf nur noch 1,35% bei diesen Wetten. Casinos wie Vulkan Vegas oder National Casino bieten diese Regel in ihren Live-Roulette-Spielen an.
Was passiert bei der Null mit meinen Einsätzen?
Das kommt darauf an, worauf gesetzt wurde. Bei den einfachen Chancen (Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, Manque/Passe) gilt im klassischen Roulette: Der Einsatz ist verloren. Ausnahme: Die La-Partage-Regel gibt 50% zurück. Bei mehrfachen Chancen wie Plein (eine einzelne Zahl) oder Cheval (zwei Zahlen) gewinnt, wer direkt auf die Null gesetzt hat. Die Auszahlungsquote für Plein beträgt 35:1.
Wer auf die Null setzt, spielt eine reine Zahlenwette. Die Quote von 35:1 bedeutet: Bei 1€ Einsatz gewinnt man 35€ plus den ursprünglichen Einsatz zurück. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 2,7%, die Quote spiegelt jedoch eine Wahrscheinlichkeit von 1/37 wieder. Die Differenz ist der Hausvorteil. Das bedeutet nicht, dass man die Null ignorieren sollte – im Gegenteil. Wer sie gezielt bespielt, kann die Volatilität des Spiels erhöhen.
Die Null strategisch einsetzen
Manche Spieler integrieren die Null bewusst in ihre Setzmuster. Die Logik: Die Null fällt statistisch gesehen alle 37 Runden – das ist natürlich ein Durchschnittswert, keine Garantie. Wer die Null in Kombination mit benachbarten Zahlen spielt, deckt einen Sektor des Kessels ab. Bei Kesselspielen wie „Les Trois Premiers“ (0, 1, 2) oder „Les Trois Derniers“ (0, 2, 3) setzt man mit wenigen Jetons auf mehrere Zahlen inklusive der Null.
Diese Strategie ändert nichts am Hausvorteil, bietet aber eine andere Spielerfahrung. Statt auf Rot oder Schwarz zu warten, verfolgt man ein aktiveres Spiel mit höherer Volatilität. Die Null ist hier kein Störfaktor, sondern Teil des Konzepts.
Die En-Prison-Regel und La Partage
Bei der En-Prison-Regel, die vor allem in französischen Casinos verbreitet ist, wird der Einsatz auf einfache Chancen bei Null nicht sofort verloren. Er „geht ins Gefängnis“ – die Kugel ruht, und beim nächsten Wurf entscheidet sich das Schicksal. Gewinnt die gesetzte Farbe, erhält der Spieler seinen Einsatz zurück. Verliert er, ist der Einsatz weg. Diese Regel halbiert effektiv den Hausvorteil bei einfachen Chancen auf 1,35%.
La Partage funktioniert ähnlich, aber direkter: Man bekommt sofort die Hälfte des Einsatzes ausgezahlt. Kein Warten, kein Zweitrunden-Risiko. Online-Casinos mit deutscher Lizenz oder europäischen Lizenzen bieten diese Varianten häufig an. Wer nach Roulette-Spielen mit La Partage sucht, sollte in den Spielanleitungen der Live-Casino-Bereiche nachsehen – Anbieter wie GGBet oder Wazamba führen diese Informationen transparent.
Häufige Irrtümer über die Null
„Die Null kommt nie zweimal hintereinander.“ Falsch. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber nicht null. Jeder Wurf ist unabhängig vom vorherigen. Wer nach zehn Runden ohne Null davon ausgeht, dass sie „fällig“ ist, unterliegt dem Spielerfehlschluss. Die Null hat kein Gedächtnis. Die Wahrscheinlichkeit beträgt in jeder einzelnen Runde exakt 2,7% beim europäischen Rad.
Ein weiterer Irrtum: „Ich kann meine Verluste bei Null mit einer Versicherung abfedern.“ Es gibt keine Versicherung gegen die Null. Wer systematisch spielt und die Null ignoriert, wird langfristig vom Hausvorteil eingeholt. Die einzige mathematisch korrekte Antwort: Die richtige Variante wählen und Regeln wie La Partage nutzen.
Die Null im Live-Roulette
Live-Dealer-Roulette bietet denselben Hausvorteil wie das Automatenroulette, aber mit einem Unterschied: Transparenz. Man sieht, wie die Kugel fällt. Bei authentischen Streams aus europäischen Casinos kann man die Nullregel oft direkt einsehen. Viele Live-Spiele folgen der europäischen Standardregel, aber spezielle Tische mit La Partage sind in deutschen Online-Casinos verfügbar.
Ein Tipp: Vor dem Spiel die Tischregeln prüfen. Manchmal gibt es Mindesteinsätze, die für Strategien mit Null-Abdeckung relevant sind. Wer mit kleineren Budgets spielt, sollte nach Tischen mit niedrigen Limits suchen – viele Anbieter haben Tische ab 0,10€ oder 0,50€ Einsatz.
FAQ
Kann ich die Null beim Roulette gezielt setzen?
Ja, die Null kann wie jede andere Zahl gesetzt werden. Bei einem Plein-Gewinn auf die Null beträgt die Auszahlung 35:1. Das bedeutet bei 10€ Einsatz einen Gewinn von 350€ plus Rückgabe des ursprünglichen Einsatzes. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 2,7% im europäischen Roulette.
Warum gewinnt das Casino bei der Null immer?
Bei einfachen Wetten wie Rot oder Schwarz verlieren alle Einsätze, wenn die Null fällt. Das ist der mathematische Vorteil des Casinos. Ohne die Null wären einfache Wetten ein faires Spiel mit 50% Gewinnchance. Die Null sorgt für den Hausvorteil von 2,7% im europäischen Roulette.
Was ist der Unterschied zwischen einer und zwei Nullen?
Europäisches Roulette hat eine Null, amerikanisches Roulette hat Null und Doppel-Null. Der Hausvorteil verdoppelt sich fast von 2,7% auf 5,26%. Wer die Wahl hat, sollte immer das europäische Rad wählen – langfristig werden weniger Einsätze durch die grünen Felder verloren.
Kriege ich meinen Einsatz zurück wenn die Null fällt?
Nur bei speziellen Regeln wie La Partage oder En Prison. Bei La Partage erhält man die Hälfte des Einsatzes auf einfache Chancen zurück. Bei En Prison bleibt der Einsatz für die nächste Runde stehen. Ohne diese Regeln ist der Einsatz bei Null verloren.
Wie oft fällt die Null statistisch gesehen?
Im Durchschnitt fällt die Null einmal bei 37 Runden. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 2,7%. Kurzfristig kann die Null mehrfach hintereinander fallen oder über 100 Runden gar nicht erscheinen. Jeder Wurf ist unabhängig – es gibt kein „fällig“ für die Null.